Da ich gern Tee trinke, habe ich mir irgendwann die Frage gestellt, ob das Filterpapier der benutzten Teebeutel sich wohl für kreative Projekte eignen würde. Nachdem ich erfolgreich ganze Teebeutel ohne Inhalt mit dem Cyanotypie-Prozess verarbeitet hatte (der Blogpost dazu: Cyanotypie & Teebeutel ), fing ich an, die Beutel auseinanderzufalten. Das Ergebnis waren hauchdünne, durchscheinende Blätter von 15,5 x 9,5 cm Größe. Zunächst war ich ratlos und ließ die Blätter liegen. Keine Idee stellte sich ein.

Im Dezember 2025 habe ich den Podcast Zines.fm von Jenni Kosche entdeckt. Darin geht es um Zines, Mini-Zines, alle Arten von Zines. Es gibt Interviews mit kreativen Künstlern, in den Zine Screen Folgen werden Zines besprochen und schließlich organisiert Jenni auch noch einen Zine-Tausch. Nachdem ich mir einige Folgen angehört hatte, fing es in mir an zu arbeiten. Kreative Funken sprühten und führten zu zahlreichen Ideen für neue Projekte. Und da war sie, die eine Idee: ich mache ein Mini-Zine auf Filterpapier mit Schreibmaschine beschrieben und mit japanischer Blockbindung zusammengeheftet.

Japanische Blockbindung bedeutet, dass die Blätter in der Mitte gefaltet werden und der Falz außen liegt. Für die Bindung mit Zwirn wurden Seiten und Deckblätter mit 4 kleinen Löchern vorgestanzt. Die gefalteten Seiten sind immer noch sehr durchscheinend und werden daher nur einseitig beschrieben. Für den Inhalt habe ich ein eigenes Gedicht verwendet „schreib maschine“. Darin setzte ich mich mit den Eindrücken beim Schreiben mit einer mechanischen Schreibmaschine auseinander. Den Abschluß bildet ein Punkt aus reinem Blattgold. Eigentlich ist es eher schon ein Fleck geworden, da das Filterpapier den Goldgrund aufgesaugt hat, was zu ausgefransten Rändern geführt hat.

Nach der inneren Titelseite nimmt das Gedicht vier Seiten ein. Ab Seite 5 folgt eine Aufzählung der verwendeten Materialien und das Impressum. Das Mini-Zine besteht aus 9 Seiten und den beiden Deckblättern aus handgeschöpftem Papier. Umschlossen wird das Zine von einer Banderole mit Titelbeschriftung, dessen Papier aus Seidelbast-Rinde besteht, wie die Deckblätter.