In meinem Beitrag über das Mini-Zine aus Filterpapier hatte ich einen Blogbeitrag über die Belichtung ganzer Teebeutel mit dem Cyanotypie-Prozess angekündigt.

Mit „ganzen Teebeuteln“ sind natürlich Teebeutel ohne Inhalt gemeint. Um den Tee zu entfernen, habe ich mit einer Nagelschere die Unterseite der getrockneten Teebeutel aufgeschnitten und danach zurückgefaltet, sodaß der Schnitt unsichtbar bleibt.

In einem Grafikprogramm wurden kleine Negative (eher kleiner als 4 x 4 cm) mit Motiven erstellt, die auf Folie ausgedruckt wurden. Dabei habe ich Motive gewählt, die allgemein bekannt sein dürften: Osterhase, Friedenstaube, Peace-Symbol und ein DADA-Schriftzug durfte nicht fehlen, da ich auch Sinn für Unsinn habe.

Nach dem Beschichten mit Chemie wurden die Teebeutel mit einem Fön getrocknet und anschließend unter der Negativfolie platziert. Nach cirka 20 Minuten Belichtung unter einer UV-Lampe erfolgte die Entwicklung und gleichzeitige Fixierung in Wasser. Nach der Trocknung waren sie da: kleine blaue Abbildungen auf jeweils einem Teebeutel.

Der DADA-Teebeutel gefiel mir so gut, dass ich ihn auf besondere Weise veredelt habe. Der Anhänger wurde mit reinem Blattgold beschichtet. Nun sollte das edle Kunstwerk auch eingerahmt werden. Dazu wurde ein zuvor ebenfalls mit dem Cyanotypie-Prozess belichtetes Büttenpapier als Hintergrund verwendet, auf dem der Teebeutel befestigt wurde. Ein Distanz-Rahmen der Firma Halbe, ausgestattet mit Museumsglas, sorgt für ein feines Erscheinungsbild.