Wie jedes Mal zum weltweiten Lochkameratag habe ich auch dieses Jahr ein Foto aufgenommen. Die Wahl fiel auf meine selbst gebaute Lochkamera für Plan- und Sofortbildfilm. Vor vielen Jahren habe ich diese Kamera als Systemkamera gebaut, was bedeutet, dass ich alle Arten von Planfilm und Sofortbildfilm damit belichten kann. Zusätzlich sind die Lochblenden austauschbar und mit dem verbauten Filtergewinde habe ich die Möglichkeit, verschiedene Filter zu nutzen, um z. B. die Belichtungszeit anzupassen.
Das Motiv ist dieses Jahr eine japanische Teeschale (Chawan) und der dazugehörige Bambusbesen (Chasen). Für einen interessanteren Bildaufbau wurde die Schale auf ein Holzstück aus Kirschenholz gestellt. Einen Zweig mit Kirschenblüten hatte ich nicht zur Hand…
Der ausgewählte Film ist ein Polaroid B&W SX-70 aus dem Jahr 2020. Der Film wurde einige Zeit im Atelier bei Raumtemperatur gelagert, um weniger perfekte Ergebnisse zu erhalten. Ich mag es ja, wenn sich Bildanteile bei diesen Filmen nicht entwickeln. Ich wurde insofern „enttäuscht“, als dass sich das gesamte Bild entwickelt hat. Wie so oft hat sich jedoch ein Streifen gebildet: ein Bildanteil ist dunkler, der Kontrast ist eher gering.
Für ein Lochkamerafoto ist es hinreichend experimentell und ich bin damit zufrieden.
Vier Wochen später habe ich den Motivaufbau wiederholt, um ein Foto mit der Polaroid I-2 auf Farbfilm aufzunehmen. Der Aufbau erfolgte spiegelbildlich, um ein ähnliches Ergebnis zu erhalten (spiegelbildlich, weil eine Lochkamera ein seitenverkehrtes und kopfstehendes Bild aufnimmt). Der Abstand zum Motiv wurde durch die Naheinstellgrenze von 40 cm vorgegeben.
Im direkten Vergleich gefällt mir das Lochkamerafoto fast ein wenig besser. Es ist unperfekter und entspricht meinem Gefühl von „Wabi-Sabi Ästhetik“. Es wird eher dem Wesen der Teeschale gerecht.
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